Fellstiefel  für den Winter

Wenn Frauen Fellstiefel tragen, so geben sie immer auch ein gesellschaftliches Statement. Frauen in Fellstiefel verkünden: Wir sind alles, nur keine Weibchen. Denn sie eignen sich ein Kleidungsstück an, das mit Männern in Verbindung gebracht wird. Schon im alten Rom tragen Götter, wie der Herr des Waldes Silvanus, Herrscher und siegreiche Feldherren diesen Stiefel. Zwar tragen auch weibliche Personen wie die Göttin der Jagd Diana und die Erinnyen, die Rachegeister dieses Schuhwerk. Aber beide sind keine Frauenzimmer, die sich unterwerfen oder zu Hause am Herd stehen. Sie sind hartgesotten und sie sind Jäger.
Aktuelle Neuheiten von modernen Fellstiefel
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Fellstiefel

Fellstiefel

In der Steinzeit bedeutete der Fellstiefel am Fuß einer Frau: Ich erfriere nicht, wenn es kalt ist, denn ich habe einen guten Jäger zum Mann. Heute haben Fellschuhe eine ganz andere Botschaft. Denn die Zeiten haben sich geändert. Weder sind die Winter so kalt wie einst, noch brauchen Frauen einen Versorger. Fell an den Füßen bedeutet: Ich jage mir mein Essen selber. Ich bin der Mann im Haus. Und das zeigen sie. Frauen in Pelzstiefeln sind willensstark, unabhängig und selbstbewusst.

Fellstiefel an Frauenfüßen heben die archaischen Verhältnisse auf. Allein die Beobachtung des Phänomens Fellstiefels beweist: Solche Frauen scheren sich nicht um Konventionen. So tragen Frauen den Fellstiefel zu Miniröcken, gerne im Hochsommer und sagen damit: Ich pfeiffe auf die Natur und das Wetter, ich trage was ich will, wann ich will. Die Modemesse Mailand macht es vor und zeigt silberne Superminis mit Leggings und Fellstiefeln. Und statt das wärmende Fell nach innen und das wasserabweisende Leder nach außen zu drehen und den Stiefel fest zu verschnüren, flattert das Fell an den Schuhen demonstrativ im Wind und neckisch zieren Bommeln das Werk. Und statt den Stiefel in seiner Naturfarbe zu belassen, die Schutz und Tarnung verspricht, stehen schlumpfblaue oder pinkfarbene Moonboots im Katalog der Sichtbarkeit.

Heutzutage ist das Fell der Fellstiefel größtenteils künstlich. Doch der totemistische Aspekt des Felltragens bleibt. Frauen tragen die Fellfarben jenes Tieres, dem sie sich verbunden fühlen, dem sie ähneln, das ihre geheime Kraftquelle ist. Zugegeben: Für die schlumpfblauen Boots müsste Sulley aus dem Trickfilm Monster AG verarbeitet werden. Ansonsten ist von Tiger bis Zobel optisch alles zu haben. Tatsächlich behandeln Frauen ihre Fellstiefel wie kleine Haustiere. Sie streicheln sie, kämmen sie, reden mit ihnen. Fellstiefel sprechen eine eindeutige Sprache. Entweder sie sagen: „Bitte nicht füttern“ oder „Streichelzoo“. Freundet sich ein Mann an mit den Fellstiefeln einer Frau, ist ihm ein Date sicher. Denn interessant bleiben Frauen, die Fellstiefel tragen allemal.

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Fellstiefel bedeuten keine Absage an die Weiblichkeit. Im Gegenteil. Solche Frauen fordern heraus. Intellektuell: Sie sind meistens ethnologisch interessiert und kennen sich aus mit Eskimos, Lappen, Indianern, russischen Schamanen und anderen Naturvölkern, die Fellstiefel tragen. Dabei sind Fellstiefel modisch so vielfältig, wie die Aussage, die Frau über sich selbst macht. Außer der emanzipierten Singlefrau, den Kätzchen und Tigerinnen kaufen sich Eisköniginnen, russische Prinzessinnen und Winterballtänzerinnen Fellstiefel. Denn es gibt sie mit flachem oder hohem Absatz, hoch bis unters Knie geschlossen oder als Stiefellette, durchgehend in Felloptik oder das Fell in Streifen appliziert… Frauen in Fellstiefeln sind also mehr als nur die Frau vom Bärentöter.